Sichtweisen

Zu Beginn der sozialwissenschaftlichen Forschungsarbeiten werden Interviews mit Akteuren aus dem Rotwildgebiet Nordschwarzwald durchgeführt. Dazu zählen Personen aus den Bereichen Grundbesitz, Jagd, Naturschutz, Tourismus und Verwaltung. In den Interviews werden die Sichtweisen auf Rotwild, Rotwildmanagement und Rotwildgebiet erhoben, aber auch Erwartungen an eine Rotwildkonzeption diskutiert. Dabei spielt auch die Bewertung verschiedener Themen wie Wildschäden, Wildruhezonen, Wildäsungsflächen, Winterfütterung, jagdlicher Strategien und Erlebbarmachung von Rotwild eine Rolle.

Darüber hinaus werden die Interviewpartner darum gebeten, das Verhalten der anderen Akteure im Rotwildgebiet zu bewerten und eine Einschätzung zu Austausch und Kommunikation abzugeben. Abschließend steht die Bewertung und mögliche Weiterentwicklung bestehender Prozesse, Strukturen und Organisationsformen im Fokus (z. B. Kommunikation im Rahmen der Abschussplanung oder von Rotwildhegegemeinschaften).

Die Interviews dauern im Durchschnitt 30 bis 60 Minuten und werden mit circa 50 Akteuren aus dem Rotwildgebiet geführt. Die Gespräche werden aufgezeichnet und anschließend verschriftlicht. Vor der Auswertung werden die Interviews anonymisiert, so dass letztendlich noch die Interessengruppen, aber nicht mehr einzelne Personen oder regionale Zugehörigkeiten (z. B. zu bestimmten Gemeinden) erkennbar sind.

Über die Interviews soll ein detaillierter Einblick in die Situation der Akteure im Rotwildgebiet gewonnen werden um Meinungen und Beziehungen bei der Konzeptionsentwicklung berücksichtigen zu können. Außerdem können die verschiedenen Sichtweisen den Akteuren zurückgespiegelt werden, so dass in einem Aushandlungsprozess gegebenenfalls auch Verständnis für die gegenseitigen Positionen aufgebaut werden kann.