Sichtweisen

Zu Beginn der sozialwissenschaftlichen Forschungsarbeiten wurden Interviews mit 40 Akteuren aus den Bereichen Grundbesitz, Jagd, Naturschutz, Tourismus und Verwaltung durchgeführt. In den Interviews wurden die Sichtweisen auf Rotwild, Rotwildmanagement und Rotwildgebiet erhoben und Erwartungen an eine Rotwildkonzeption diskutiert. Dabei spielte auch die Bewertung verschiedener Themen wie Wildschäden, Wildruhezonen, Wildäsungsflächen, Winterfütterung, jagdlicher Strategien und Erlebbarmachung von Rotwild eine Rolle.

Darüber hinaus wurden die Interviewpartner darum gebeten, das Verhalten der anderen Akteure im Rotwildgebiet zu bewerten und eine Einschätzung zu Austausch und Kommunikation abzugeben. Abschließend stand die Bewertung und mögliche Weiterentwicklung bestehender Prozesse, Strukturen und Organisationsformen im Fokus (z. B. Kommunikation im Rahmen der Abschussplanung oder von Rotwildhegegemeinschaften). Die Interviews dauerten im Durchschnitt 45 Minuten und wurden aufgezeichnet und verschriftlicht.

Vor der Auswertung wurden die Interviews anonymisiert, so dass nicht mehr einzelne Personen oder regionale Zugehörigkeiten erkennbar sind. Über die Interviews wird ein detaillierter Einblick in die Situation der Akteure im Rotwildgebiet gewonnen um Meinungen und Beziehungen bei der Konzeptionsentwicklung berücksichtigen zu können. Außerdem können die verschiedenen Sichtweisen den Akteuren zurückgespiegelt werden, so dass in einem Aushandlungsprozess gegebenenfalls auch Verständnis für die gegenseitigen Positionen aufgebaut werden kann.