Montag, 30. Januar 2017

Die ersten Tiere sind am Sender – Telemetriestudie kann beginnen

Nachdem Mitte Januar die letzte Sendertechnik angekommen war, konnte am 16.01.2017 mit dem Rotwildfang begonnen werden. Bereits am Abend des zweiten Fangtages wurde im Forstrevier Eiberg (Calw) ein Alttier an einer Kirrung mit einem Betäubungsgewehr narkotisiert. Die  Hirschkuh wurde nach kurzer Suche gefunden und zunächst äußerlich auf mögliche Krankheitsanzeichen untersucht. Nachdem nichts Auffälliges festgestellt wurde, wurde das Tier beidseitig mit einer gelben Ohrmarke mit der Nummer 1 markiert. Anschließend wurde ein grünes GPS-Senderhalsband angelegt und die dazugehörige Pansensonde verabreicht. Das Halsband misst nun stündlich den Aufenthaltsort und sendet diesen an die FVA. Zusätzlich messen in das Halsband integrierte Beschleunigungssensoren die Aktivität des Tieres und die Pansensonde zeichnet den Ruhepuls und die Körpertemperatur auf. So können später Aussagen darüber getroffen werden, wo sich das Tier aufgehalten hat und was es  zu diesem Zeitpunkt gemacht hat. Damit das Alttier auch nach dem automatischen Ablösen des Halsbandes in zwei Jahren und bei etwaigem Verlust der Ohrmarken sicher identifiziert werden kann, erhielt es zusätzlich einen Transponderchip (ähnlich wie bei Hunden oder Katzen) und es wurde eine Speichelprobe für die genetische Identifizierung genommen. Nach einer abschließenden Kontrolle wurde das Gegenmittel gespritzt und das Tier wieder in die Freiheit entlassen.

Das Team untersucht das Alttier Olivia

Da die Transpondernummer des Tieres (22967) im Alltagsgebrauch etwas sperrig ist wurde das Alttier auf den Namen „Olivia von der Saatschul“ getauft. Hier greifen wir einen der vielen tollen Vorschläge von den ersten Regionalforen auf und verwenden die alten Gemarkungsnamen des Fangortes als „Nachnamen“. So ist immer ersichtlich, aus welchem Gebiet das Tier ursprünglich stammte. Als Dank für die Unterstützung vor Ort wird der Anfangsbuchstabe des „Vornamens“ nach dem des örtlichen Revierleiters oder Jagdpächters ausgewählt.

Alle an der Fangaktion beteiligten Personen waren mit dem zügigen und gleichzeitig ruhigen Ablauf der ersten Besenderung sehr zufrieden. Auch die Übertragung der Aufenthaltsorte von Olivia durch das Halsband an die FVA funktioniert problemlos.

Nach der ersten erfolgreichen Besenderung konnten wir in der letzten Woche noch zwei weitere Rothirsche im Revier Eiberg besendern. Am 26.01.2017 wurde ein weiteres Alttier besendert und auf den Namen „Olga von der Hohen Dohle“ getauft. Olga trägt ein rotes Halsband und gelbe Ohrmarken mit der Nummer 2. Einen Tag später bekamen unsere Alttiere mit „Oli von der Saatschul“ erste männliche Unterstützung. Olis Halsband ist weiß, seine Ohrmarken mit der Nummer 3 sind ebefalls gelb.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Oliver Gall (Revierleiter vor Ort) und Thorsten Schaupp (Nationalpark Nordschwarzwald) für die tolle Unterstützung und Zusammenarbeit im Vorfeld und während der Besenderung. Einige Fotos von der Besenderung und den besenderten Tieren finden Sie in der Galerie weiter unten. Weitere Informationen zu der Telemetrie und den anderen Forschungsschwerpunkten finden Sie in den kommenden Newslettern. 

Wenn Sie eines der besenderten Tiere sehen, können Sie Ihre Beobachtung gerne in unsere interaktive Karte eintragen. Dies gilt selbstverständlich auch für nicht markierte Hirsche.

  • Hirsch Oli während der Besenderung
  • Hirsch Oli hat die Aufwachphase gut überstanden
  • Alttier Olga nach Anlegen des Halsbandes